Alternative Stadtführung in Berlin: Du bestimmst den Preis

Gastbeitrag von SchreiberlinK aus Berlin

Ich halte mich für grundsätzlich neugierig, aber nach nächtlicher Verirrung letzten Sommer auf der Oranienstraße in Kreuzberg – hier muss doch dieser alternative Punk Club irgendwo sein – und stundenlanger Suche nach dem besten Falafel rund um den Boxhagener Platz vor sechs Wochen verspüre ich mitunter Erschöpfung. Kann also gut sein, dass ich eigentlich Berlin doch noch nicht kenne?

Zum Glück gibt es ja noch Internet: Ich habe also Anfang Juli einfach mal nach alternativen Stadtführungen herum gegoogelt, um beim nächsten Mal etwas eingeweihter ins Wochenende zu starten. Und bin dabei auf ein multinationales Berliner Kollektiv namens „Vive Berlin eG“ gestoßen, das nicht nur in meinen bisherigen Lieblingsvierteln (Prenzlauer Berg, Kreuzberg und Friedrichshain) was anbietet, sondern auch noch eine spezielle Highlights-Tour quasi zum Einstieg hat.

Ich will es nicht verschweigen, ich habe ein Klassenfahrt-Trauma mit Stadtführungen: endlose Zahlen, winkender Regenschirm, lustlose Langeweile usw. Doch um es kurz zu machen: Die Vive Berlin Highlights-Tour, die zumindest in Deutsch ohne Anmeldung jeden Do. bis So. um 10 Uhr am Potsdamer Platz los geht, war ein verblüffend kurzweiliger Berlin-Überblick. Lustig und spannend zwischen Mauerresten, Tagesgeschehen, Insider-Tipps und altem Preußen, alles im Zentrum zwischen Brandenburger Tor und Alexanderplatz. Ich habe ziemlich viel mit unserem Guide Philipp geplaudert, die Gruppe war mit 6 Leuten sehr relaxt, und auf meinen Wunsch hin gab es sogar einen Extra-Abzweig zur Humboldt- Uni.

Aber das Beste ist letztlich die Idee hinter dieser Einführungskiste, find‘ ich: Ich konnte nämlich meinen Teilnahme-Preis am Ende selbst entscheiden! So was gibt es natürlich schon, in der Gastronomie z.B. sehr populär in meiner geliebten Weinerei im Prenzlauer Berg. Beim letzten Besuch habe ich es auch in einer kleinen Klamotten-Künstlerplattform an genanntem Boxhagener Platz (http://www.kankangou.de/) gesehen. Aber für mich war dieses Konzept mal als Stadtführung und mit seiner liebevollen Umsetzung eine echte Bereicherung.

Ich habe Philipp natürlich gefragt, wie das gehen soll und ob viele Leute auch genug geben, denn mir wurde auch schon Schlimmes von so genannten „Free Tours“ in der Stadt erzählt. Zum Beispiel, dass da die Guides ihr Geld teilweise am Ende unabhängig von den erzielten Trinkgeldern abgeben müssen, ohne finanziell oder vertraglich abgesichert zu sein. Aber dieses Berliner Kollektiv meint es offenbar ehrlich so, wie es beschrieben ist: Alle arbeiten zusammen und teilen Ihr Geld untereinander, stellen mit dieser Tour Ihren eigenen, alternativen Ansatz vor und Philipp meinte, viele dankbare Kunden würden Ihnen letztlich recht geben. Schließlich sollen ja auch einige häufiger mal nach Berlin fahren, meinte er augenzwinkernd. Und ich? Bin beim nächsten Mal wohl in Marzahn, ich will noch was Neues sehen! Man sieht sich.

Danke an Stinging Eyes für das Bild von Flickr.

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