Oktoberfest-Knigge: Der Wiesn-Guide für Anfänger

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Was der Karneval für Köln ist, ist für München das Oktoberfest. Aber wie bei allen Großveranstaltungen gibt es hier ein paar Tricks, Tipps und Verhaltensregeln, die einem das Leben einfacher machen können.

Deswegen hat unsere Charlotte (waschechte Münchnerin) mit Hilfe von den Zuagroasten Stefanie und Marianna einen Oktoberfest Knigge zusammengestellt – so gehst Du garantiert als eingefleischter Wiesn-Gänger durch!

Warum Oktoberfest, wenn es doch im September stattfindet?

Das Oktoberfest fand früher ursprünglich im Oktober statt, wurde allerdings auf den September vorverlegt u.a. weil das Wetter dann noch besser ist. Es findet auf der Theresienwiese statt, daher ist der Spaß auch unter dem Namen Wiesn bekannt.

Wie komm ich hin?

Die nächste U-Bahnstation ist Theresienwiese (wer hätte es gedacht?!). An Wochenenden und zu Stoßzeiten ist diese allerdings hoffnungslos überfüllt. Wenn man sich nicht schon am Bahnsteig durch die Massen schieben möchte, gibt es aber auch Alternativen: Mit der S-Bahn (alle Linien halten dort) bis zur Haltestelle Hackerbrücke und dann laufen. Und zwar immer der Menge hinterher. Die U-Bahnstationen Schwantalerhöhe (U4 und U5) oder Goetheplatz (U3 und U6) sind ebenfalls in Laufweite der Theresienwiese und weniger überfüllt.

Wie komm ich nur wieder weg?

Kleine Faustregel zur Orientierung (denn das wird zu fortgeschrittener Stunde immer schwieriger): Das Riesenrad ist am Südende der Wiesn, ebenso wie die U-Bahnhaltestelle Goetheplatz. Die U-Bahnhaltestelle Theresienwiese bzw. die S-Bahnhaltestelle Hackerbrücke ist am anderen, also nördlichen, Ende. Zwischen 22 Uhr und 24 Uhr (also zum Ausschank-Ende) ist der Ansturm auf öffentliche Verkehrsmittel und vor allem Taxis besonders groß. Also wer noch laufen kann, bitte laufen! Das nüchtert auch aus!

Welches Bierzelt ist das richtige für mich?

Die Bierzelte gelten als eine der Hauptattraktionen des Oktoberfests. Für Promis und solche, die es werden möchten, gibt’s das Hippodrom oder Käfers Wiesn-Schänke. Für alle anderen: die restlichen 12 Zelte. Wo auch immer Platz ist. Wie ernst die Münchner es nehmen, in welchem Zelt man sitzt, ahnt man als Besucher eher nicht, deswegen freut euch einfach, wenn ihr einen Platz findet.

Die Namen klingen exotisch-bayerisch und leicht assoziativ: Fischer-Vroni, Armbrustschützenzelt, Ochsenbraterei. Daran sollte man sich aber eher nicht stören, denn im Großen und Ganzen ist das Grundprinzip der Zelte das Gleiche: Bier, deftige Speisen, Blasmusik und gute Stimmung. Die Webseite Oktoberfest.de hat sich aber tatsächlich doch die Mühe gemacht, einen Multiple-Choice Test zu entwerfen, bei dem Besucher das passende Zelt für ihre Persönlichkeit finden können. Sachen gibt’s!

Wie komm ich in ein Bierzelt rein und wie lange kann ich bleiben?

Gaaaanz wichtig: RESERVIEREN! Das allerdings schon im März. Ansonsten: Früh aufstehen und Platz kriegen, denn man wird in den Zelten nur bedient, wenn man einen Sitzplatz hat. Wenn nichts frei ist, hilft nur eins: Mit sitzenden Wiesnbesuchern anbandeln und hoffen, dass diese ein wenig zusammenrutschen! Die Bierzelte öffnen unter der Woche um 10 Uhr Ihre Tore, wochenends sogar schon um 9 Uhr und schließen um 23.30 Uhr. Achtung: letzter Ausschank ist um 22.30 Uhr.

Nach 12 Uhr mittags an einem Wochenende einen Platz zu ergattern, ist so gut wie unmöglich. Zu Abendbesuchen selbst unter der Woche ist zu sagen, dass abends die Stimmung extrem bierselig ist und betrunkene Massen eine seltsame Eigendynamik entwickeln können. Und wer nach ein paar Stunden Oktoberfest genug von bayerischer Ausgelassenheit hat, hier noch ein paar nette Clubs und Bars in München.

Gibt es Fahrgeschäfte?

Ja, die gibt es auch auf dem Oktoberfest und der gesunde Menschenverstand schlägt vor: erst in die Achterbahn, dann ins Bierzelt. Unter der Woche sind die Wartezeiten an Kettenkarussel, Riesenrad, Geisterbahn etc. kürzer und an den Familientagen (Dienstags von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr) gibt’s außerdem günstiger Fahrpreise.

Fahrgeschäfte Wiesn

„Wiesnbesuche gehören absolut dazu, wenn man in München wohnt. An klaren Tagen kann man von der Stadt aus die Berge sehen, deswegen fahre ich am liebsten mit dem Riesenrad oder mit dem Freefall-Tower, um einen Blick auf die Alpen zu erhaschen. Besonders mag ich auch den kleinen Umzug durch die Stadt am allerersten Tag, wenn die Wiesnwirte mit ihren Angestellten in buntgeschmückten Kutschen zur Theresienwiese fahren!“ – Stefanie von Gipfelglück, ein Blog über Berge, Wandern, Kuchen und andere Dinge, die glücklich machen

Was ist mit Speis und Trank?

Das Hauptgetränk ist natürlich das Bier. Es wird stilecht in diesen 1-Literkrügen (auch Maß genannt) ausgeschenkt. Zum Bestellen also einfach „Eine Maß“ sagen. Wer lieber kleiner anfangen möchte „eine Halbe“. Das erntet allerdings so manche schräge Blicke!

Ausgeschenkt werden ausschließlich lokale Biersorten, nämlich Hacker-Pschorr, Paulaner, Löwenbräu oder Augustiner. Sämtliche Pilssorten oder ausländische Biersorten (also von außerhalb Münchens) gibt’s nicht. Und weil es Tradition ist, dass der Bierpreis jedes Jahr ansteigt und man in München traditionsbewusst ist, kann die Maß dieses Jahr bis zu 9,50€ kosten. Na dann Prost!

Essen ist ebenfalls kein günstiges Vergnügen, aber der Münchner liebt sein Wiesn Hendl (knusprig gegrilltes Hühnchen) und das zu Recht. Zur Not tut‘s aber auch eine Riesenbrezn (ca. 5 € ). Die helfen gegen knurrenden Magen und werden in den Zelten und an mobilen Ständen verkauft. – Hilfreich, wenn man nicht auf dem Ausnüchterungshügel hinter der Zeltstraße landen möchte. Ansonsten empfehlen wir ein solides Frühstück jeweils am Tage des Oktoberfestbesuchs und auch am darauf folgenden Tag.

Oder probier gleich den Wiesn Tipp von Marianna von Weltenbummler Mag: „Nach der Wiesn die besten Kater-Pommes der Stadt Pommes Spezial beim Bergwolf (gleich am/im U-Bahnhof Fraunhofer Straße) genießen.“

Kann man in den Zelten rauchen?

Nein, Rauchen ist in den Zelten nur in den Raucherbereichen erlaubt und die liegen meistens im Freien. An überfüllten Tagen besser darauf verzichten, weil es dauern kann, bin man wieder ins Zelt kommt.

Was, wenn ich mal muss?

Während die Bierpreise jedes Jahr fleißig ansteigen bleibt der Gang zur Toilette zum Glück kostenlos. Wildbisln – also einfach irgendwo hinpinkeln – ist deshalb auch strengstens verboten! Die Warteschlangen vor den stillen Örtchen können aber extrem lang sein. Wenn es richtig voll ist, können Mädels schon mal ne halbe Stunde in der Schlange stehen. Unsere Kathrin hat sogar schon eine Stunde (!!) angestanden.

Wird wirklich nur Blasmusik gespielt?

Ja und zwar nicht nur bayerische Gassenhauer, sondern auch alte Oldie-Schnulzen, Charts-Hits und Schlager – also von „YMCA“ und „Ich war noch niemals in New York“ bis „Schnischnaschnappi“ ist alles möglich. Zum Üben, hier einen leicht veralteten (von 2007) aber dennoch unglaublich aktuellen Überblick über die besten Wiesn Songs zum Mitsingen.

Die Musik ist nicht jedermanns Geschmack, aber nach ein paar Maß gewöhnt man sich daran. Wer unschlüssig ist, wie und bei welchen Liedern mitgeschunkelt wird, kann sich einfach an der Masse orientieren. Die erfahrenen Wiesn-Gänger kennen alle Hits und man sieht schnell, bei welchen Liedern man aufstehen oder sich hinsetzen soll. Kleine Warnung: Bei „Sierra Madre“ und „Fürstenfeld“ gibt’s kein Sitzenbleiben.

Übrigens: Auf den Bänken darf getanzt werden. Die Tische sind aber tabu!

Was zieh ich bloß an?

Gleich vorweg: T-Shirts mit aufgedruckten Lederhosen gehen auf gar keinen Fall! Ebenso wenig Seppelhüte aus grauem Filz, die man an allen Souvenirständen sieht.  Damit outest Du Dich sofort als Tourist, der gerne übers Ohr gehauen werden möchte.

Zu Oktoberfestzeiten sieht man Lederhosen, Dirndl etc. überall, an groß und klein, Australiern, Bayern und Berlinern. Die Touristen möchten sich den örtlichen Gepflogenheiten anpassenden und die Bayern sich traditionell bzw. heimatverbunden zeigen. Anders als beim Karneval fällt man allerdings ohne Verkleidung (also Tracht) nicht aus der Reihe; mit anderen Worten, es ist NICHT Pflicht sich als Bayer zu kleiden.

Danke an constant progression, AbhijeetRane und münchen.de für die Wiesn Bilder.

Was ist Dein Tipp für das Oktoberfest? Schreib uns unten einen Kommentar!

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