Neuseelands dritte Insel: Stewart Island

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Gastbeitrag von Daniela Konefke, Autorin des Reise-Ratgebers „Einmal im Leben mutig sein“ .

Im Rahmen meines einjährigen Working Holiday Aufenthalts in Neuseeland wollte ich mir einen Besuch auf Stewart Island nicht entgehen lassen. Stewart Island ist Neuseelands drittgrößte und unberührteste Insel und schließt sich südlich an die Südinsel an.

Meine Reise beginnt in Invercargill. Von hier geht es im Propellerflugzeug auf die Insel. Alternativ kann man auch mit der Fähre von Bluff, 30 km südlich von Invercargill, nach Stewart Island übersetzen. Ich entscheide mich für Panorama-Aussicht statt Seekrankheit, sprich 20-minütigen Flug statt der einstündigen Bootsfahrt auf rauher See.

Nur wenige Reisende besuchen Stewart Island. Jährlich kommen nur etwa 35.000 Besucher auf die verschlafene Insel, während der Rest des Landes allein 3,5 Millionen ausländische Touristen begrüßt.

Bei meiner Ankunft regnet es. Bei 265 Regentagen im Jahr hatte ich nichts anderes erwartet, zumal ich mir mit dem Juni auch noch den regenreichsten Monat ausgesucht habe. Ich bin dementsprechend vorbereitet und Wind und Wetter können meiner Laune nichts anhaben. Zunächst einmal geht es nach Oban, mit 400 Einwohnern die einzige „Stadt“ auf der Insel.

Oban Stewart Island

Hier befindet sich auch meine Unterkunft. Hostel, Bed and Breakfast, Hotel oder Ferienwohnung – Stewart Island bietet Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geldbeutel. Allerdings sollte man diese im Voraus buchen – sowohl im Sommer, wenn es auf der Insel hoch her geht, als auch im Winter, da viele Einrichtungen für einige Monate schließen.

Ich merke schnell, dass Oban ein ganz besonderer Ort ist. Mir fällt auf, dass von den Einheimischen niemand seinen Reichtum offen zur Schau stellt. Es gibt keine riesigen Villas, die Häuser sind stattdessen wohnlich aber bescheiden.

Man sieht keine protzigen Autos. Der Kleidungsstil ist praktisch und bequem. Niemand verschließt nachts oder wenn er weggeht die Haustür. Wer sein Auto parkt, tut dies ebenfalls ohne es abzuschließen und oft sogar mit dem Schlüssel im Zündschloss. Schließlich kennt man sich untereinander.

Stewart Island

Ich verbringe die nächsten Tage damit, die Insel zu Fuß zu erkunden. Wanderwege gibt es reichlich und in jeder Länge: vom halbstündigen Aufstieg zum Observation Rock, über den halbtägigen Ausflug zum Leuchtturm am Ackers Point bis hin zum dreitägigen Rakiura Trek oder gar 12-tägigen North West Circuit Trek.

Das Patterson Inlet, ein geschütztes Hafenbecken mit vielen Seitenarmen, kann mit dem Kajak erkundet werden. Da es im Juni nicht nur nass sondern auch kalt ist (auf der Südhalbkugel herrscht Winter), begnüge ich mich mit Tageswanderungen zu den umliegenden Buchten und Stränden.

Nahe der Küste liegt Ulva Island. Auf der Insel gibt es keine Raubtiere und sie ist daher ein einzigartiger Lebensraum für seltene einheimische Vögel. Man erreicht die Insel, welche nur für Tagesausflüge zugänglich ist, bequem mit dem Wassertaxi. Vier Stunden lang erkunde ich die drei Wanderwege, welche quer über die Insel führen. Ulva Island ist unbewohnt und, dank Nebensaison, befinde ich mich zu gegebener Zeit ganz mutterseelenallein auf der Insel. Für manche ein erschreckender Gedanke, ich genieße jedoch Ruhe und Abgeschiedenheit.

Ulva Island

Auf Stewart Island leben etwa 25.000 Kiwis, eine Art nachtaktiver Laufvogel, der auch das Nationalsymbol des Landes ist. Natürlich hoffte auch ich darauf, einen Kiwi in freier Wildbahn anzutreffen, doch leider blieb mir dieses Erlebnis verwehrt. Nichtsdestotrotz habe ich meinen Besuch auf der Insel in allen Zügen genossen.

Der Ausflug nach Stewart Island ist mit Abstand das Highlight meines bisherigen Neuseeland-Aufenthaltes und ich bin mir sicher, dass ich irgendwann hierher zurückkehren werde.

Danke an Daniela Konefke für die Bilder.

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