Kiew – auch nach der EM sehenswert?

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Du kannst Dich wahrscheinlich noch an den spanischen Triumphzug im Finale der Fußball-EM 2012 erinnern, das Italien mit 4:0 verlor. Eventuell weißt Du auch noch, dass dieses Spiel in Kiew stattfand, aber was weißt Du über Kiew? Valeria von Mein Ukraine Blog ist gebürtige Ukrainerin und stellt Dir in diesem Artikel Kiew vor und nach der EM vor.

Kiew vor & während der EM

Lange vor der EM wusste keiner so recht, wo, wer oder was Kiew ist. Manche wussten eventuell noch, dass es die Hauptstadt der Ukraine ist. Das Land der Klitschko-Brüder, des Krimsekts und der prachtvollen Kirchen. Ist das die Ukraine? Ist das Kiew? Ganz bestimmt gibt es dort viel mehr zu entdecken, als uns die deutschen Medien berichten.

Als dann bekannt wurde, dass unter anderem Kiew eine der Austragungsstädte der Fußball Europameisterschaft sein wird, begann sich nicht nur in den Köpfen der Menschen etwas zu bewegen. Die Ukrainer waren gespannt auf die Veränderungen und auf die Westeuropäer. Kiew Hauptstadt der Ukraine

Im Blitztempo ‚musste‘ die Stadt für die vielen Touristenmassen attraktiver gestaltet werden. So wurden neue Hotels gebaut, Hotelangestellte lernten noch schnell ein paar Wörter Englisch, einige Schlaglöcher wurden ‚zugemacht‘, die vielen Parks und Grünflächen auf Vordermann gebracht, ICE ähnliche Züge gekauft, damit die Touristen schneller in den Osten kommen (z.B. in die Stadt Kharkov) und neue Flughafenterminals gebaut. Die Frage ist jedoch für wen? Die antizipierten Touristenmassen sind nie in Kiew angekommen.

Kiew nach der EM

Nach der EM wissen immer noch zu wenige Westeuropäer etwas über die Stadt Kiew. Als Ausrede höre ich immer wieder: „Ich bin schlecht in Erdkunde“. Schmunzelnd antworte ich dann immer: „Ja, dabei ist es doch hier um die Ecke.“

Ein Jahr nach der EM wird immer noch in Kiew gebaut und die Stadt wächst immer weiter in Richtung Metropole. Das tut sie aber auch unabhängig von der EM, auch wenn nicht mehr so schnell. Genauso wie Kiew schon immer sehenswert war und ist. Für die Anwohner der Stadt hat sich so gut wie nichts geändert, außer das vieles teurer geworden ist. Sie lieben die Stadt, wie sie ist, ob mit oder ohne Schlaglöcher. Sie beobachten nun mehr Touristen und freuen sich über deren Besuch, aber bitte keine ‚Standard-Touris‘, die nur auf das vergleichsweise billige Bier aus sind. Das wünscht sich wohl keine Stadt.

Das Blitztempo zu Zeiten der EM wurde auf ein Normaltempo gedrosselt und vielleicht ist das auch erstmal besser so. Kiew hat ihre Sehenswürdigkeiten. Sogar sehr viele und diese waren schon vor der EM da!

Kiew ist immer eine Reise wert

Kiew im Fruehling

Für Kiew brauchst Du Zeit (meine 3 Tage reichten nicht aus) und bequeme Schuhe! Sogar als gebürtige Ukrainerin hatte ich so meine Schwierigkeiten alle Sehenswürdigkeiten, wie z.B. das goldene Tor, das Höhlenkloster (Lawra), das Haus mit den Chimären, den Bogen der Völkerfreundschaft, die Mutter Heimat Statue und vieles mehr, auf Anhieb zu finden. Die Stadt ist groß und es gibt immer etwas zu sehen.

Ich empfehle Dir: Nimm keinen Reiseführer mit und lass die Stadt auf dich wirken. Einige Reiseführer enthalten eh nicht immer richtige Informationen und die Straßenschilder sind sowieso auf Kyrillisch. So machte ich mich auf eigene Faust durch die Stadt und erblickte viel mehr als erwartet. „Oh, da ist ein verlassener Weg. Wo er wohl hinführt?“ Mutig und gespannt ging ich diesen entlang. Er schien nicht zu enden, ich tappte durch einen wildwüchsigen Wald, bestieg eine ‚kaputte‘ und steile Treppe, entlang eines Abhangs, kämpfte mich durch, umam Ende belohnt zu werden.

Ich vergas die Tortur und verspürte ein angenehmes Gefühl: Ich stand mitten auf dem Wladimirhügel und erblickte die Stadt Kiew von oben. Ein herrlicher Panoramablick auf den Dnepr und die Unterstadt. Dass man den Hügel auch in 2 Minuten mit der Standseilbahn (Funicular) anstatt 2 Stunden erreichen kann, erfuhr ich natürlich erst im nachhinein. Ich hatte dennoch meinen Spaß und freue mich schon auf meine nächste Reise.

Die 5 Hauptattraktionen von Kiew:

1. Haus mit den Chimären

Ein gruseliges und einzigartiges Haus mit WOW Effekt wartet auf deinen Besuch.

2. Wladimirhügel

Besteige den Hügel und erblicke Kiew von oben. Auf dem Hügel hast Du einen fantastischen Blick auf die Stadt und den Dnepr. Hier lässt es sich gut entspannen und spazieren.

3. Kirchen & Kloster

Kloster, Kirchen in Kiew

Ich liebe die Kirchen in Kiew. Gerade im Sommer wirken die goldenen Kuppeln sehr prachtvoll. Kiew hat davon eine ganze Menge, wie z.B. das sehenswerte Höhlenkloster.

4. Andreasweg

Auf dem Weg zur Andreaskirche kannst Du bummeln gehen, Ausstellungen besuchen oder feiern. Die Straße ist berühmt für die kleinen Märkte, Kunstausstellungen und Festivals

5. Platz der Unabhängigkeit

Wer noch mehr ‚Trubel‘ mag, sollte zum Platz der Unabhängigkeit – zum Zentrum der Stadt. Hier ist immer etwas los und falls nicht läd der Kreschatik (Einkaufstraße) zum Shoppen oder Cafébesuch ein.

Danke an micurs, dobrych und Jean & Nathalie für die Bilder von Flickr.

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