San Fermin 2011: Stierrennen in Pamplona

Es ist eines der gefährlichsten Feste der Welt, bei dem sich jedes Jahr hunderte Menschen verletzen. Einige haben dabei sogar ihr Leben verloren. Das Pamplona Stierrennen ist 825 Meter purer Nervenkitzel. Hier rennen Adrenalinjunkies so schnell sie können durch die Gassen, während sie von einem wütenden Stier verfolgt werden.

Aber die Stierhatz und das gesamte San Fermin Festival können viel Spaß machen. – Vorausgesetzt, man weiß was man macht! Deshalb haben wir hier alle wichtigen Infos zum Festival in Pamplona.

Ursprung von San Fermin

Das Stierrennen ist zwar ein wichtiger Teil des Events, aber lange nicht alles. Das San Fermin Festival ist eine einwöchige Party, bei der die Einwohner von Pamplona ihren Schutzpatron San Fermin mit Gebet, Feuerwerk, Stierkämpfen uvm. würdigen.

Gefeiert wird jedes Jahr zwischen dem 06. und 14. Juli und das seit über 500 Jahren. San Fermin ist ei wichtiger Bestandteil der Kultur von Pamplona und ist eines der ältesten Festivals in Spanien.

Witzigerweise war das Stierrennen nicht Teil des ursprünglich sehr religiösen und damals unspektakulären Festivals. Die Stierhatz wurde es erst später, als das Festival etwas abenteuerlicher wurde, hinzugefügt.

Warum dieser Teil später zum Fest hinzukam, ist nicht ganz bekannt. Einige behaupten San Fermin sei von einem wütenden Bullen angegriffen worden, als er nach ein paar Sangrias zu viel nach Hause torkelte. Dieser soll ihn zerfleischt und durch die Straßen der Altstadt geschliffen haben.

Andere behaupten San Fermin sei in Wirklichkeit enthauptet worden und wurde anschließend an einen Stier gebunden und durch die Straßen geschliffen.

Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass ein paar tollkühne Jungs sich dachten, es wär witzig vor den Bullen herzukennen, während diese aus ihren Stellen zur Stierkampfarena getrieben werden. Das wurde dann im darauffolgenden Jahr wiederholt.

Was auch immer dazuführte, dass das Stierrennen hinzugefügt wurde – heute ist es ein wichtiger Teil des Festivals und eine weltberühmte Veranstaltung.

Stierrennen in Pamplona

Das Stierrennen, auch el encierro genannt, findet täglich um 8 Uhr morgens statt und ist für die meisten der Höhepunkt des Festes. Wer mit dem Gedanken spielt, selber mitzurennen, sollte jedoch ein paar Dinge beachten…

1. Wähl die Strecke mit Bedacht
Die Strecke ist in zwei Abschnitte unterteilt. Der erste Teil geht vom Punkt, an dem die Stiere freigelassen werden, bis hin zur Calle Estefeta. Der zweite Abschnitt ist von Calle Estefeta bis zur Arena, in der die Tiere am Abend kämpfen.

Der zweite Abschnitt gilt in d er Regel als der bessere, ist aber gleichzeitig auch gefährlicher. Wer sich hierfür entscheidet sollte vorsichtig sein, wenn es in die Arena geht. Der Eingang zur Arena ist sehr eng und deshalb herrscht immer ganz gutes Gedrängel.

2. Bleib liegen!
Tatsächlich ist es am sichersten unten auf dem Boden zu bleiben, sollte man fallen. Man sollte versuchen flach auf den Boden zu liegen, bzw. sich wie ein Ball zusammenzurollen und den Kopf mit Armen und Händen zu schützen. So wird man am ehesten von den Hörnern des Stiers verschont. Man sollte erst wieder aufstehen, wenn die Menschenmassen und Stiere an einem vorbeigerast sind.

3. Komm rechtzeitig
Wer sichergehen will, dass er am Stierlauf teilnehmen kann, muss rechtzeitig auftauchen. Der Andrang ist groß und leider können nicht alle, die mitmachen wollen, tatsächlich teilnehmen. Man sollte versuchen gegen 6.30 Uhr auf der Strecke zu sein. Dann sollte man ohne Probleme einen Platz im Rennen  bekommen.

4. Sei fit
Sogar der schlimmste Sportmuffel kann 400m rennen. Aber der Stierlauf ist nichts für schwache Nerven und nichts kann einem so wirklich auf das vorbereiten, was einen in Pamplona erwartet. Wer Zweifel hat, sollte einfach nicht mitmachen.

Ganz wichtig ist aber, dass man nicht betrunken teilnimmt und vorher ausreichend schläft. Schließlich läuft man nicht vor Nachbars Hund weg, sondern einer Herde wütender Bullen.

5. Lass Portemonnaie Zuhause
San Fermin ist eine Hochburg für Taschendiebe. Wer sich nach dem Rennen ein wohlverdientes Bier kaufen will, sollte nur etwas Kleingeld mitnehmen. Bei der ganzen Hektik merkt man garantier nicht, wenn einem das Portemonnaie samt Kreditkarte gestohlen wird.

6. Augen auf …auch als Zuschauer!
Verständlicher Weise will nicht jeder am Stierrennen teilnehmen. Hinter den Barrieren ist es doch um einiges sicherer, aber trotzdem nicht vollkommen ungefährlich. Mitunter kommt es vor, dass verwirrte Bullen ohne Vorwarnung auf die Besucher losgehen. Vorsicht ist also besser als Nachsicht!

Stierkampf in Spanien

Die Stierkämpfe in der Arena sind ein weiterer wichtiger Teil des San Fermin Festivals. Sie finden jeden Tag um 18.30 Uhr in der Stierkampfarena statt.

Das äußerst umstrittene Ritual ist ebenfalls nichts für Zartbesaitete. Nicht selten werden die Toreros beim Kampf mit dem Stier verletzt.

Die Zuschauermenge beim Stierkampf in zwei Gruppen geteilt. Wer tatsächlich am Ritual interessiert ist und dieses sehen will, sitzt im Schatten, während die Menschen in der sonnigen Arena-Hälfte trinken und es sich gut gehen lassen. Im Schatten geht es sehr ruhig und gesittet zu, während in der Sonne gesungen und gefeiert wird. Man sollte also aufpassen, wo man sich hinsetzt.

Nebenveranstaltungen am San Fermin

San Fermin besteht aber nicht nur aus Stierrennen und Stierkampf. Das Fest ist ein bunter Mix aus verschiedenen Events, Feuerwerk und jeder Menge Alkohol.

Zu den Highlights gehören die Eröffnungsfeier Txupinazo, welche mittags am 06. Juli beginnt, und die Wochenenden, an denen die ganze statt feiert. Dann gibt es um 23 Uhr Feuerwerke, die bis in den nächsten Morgen für Stimmung sorgen.

LGBTs mit Partylaune werden im El Meson oder Nicolette in der Altstadt fündig. Hier wird die ganze Nacht durchgefeiert.

Finger weg vom Brunnen-Springen! Unter keinen Umständen sollte man sich überreden lassen von einem Brunnen in der Innenstadt in eine Menschenmenge zu springen. Vielen Touristen wird erzählt, dies sei ein spanischer Brauch, aber das ist vollkommener Quatsch. Lediglich betrunkene Touristen stürzen sich von dem Brunnen. Das Gefährliche daran ist nicht der Sprung an sich, sondern die Gefahr nicht rechtzeitig aufgefangen zu werden.

Unterkunft in Pamplona

Wer für das San Fermin Festival extra anreist und eine Unterkunft sucht, ist mit einem Hostel in Pamplona gut bedient. Wie bei jeder größeren Veranstaltung sollte man sich aber bewusst sein, dass Zimmer schnell ausgebucht sind. Spontane Trips zum Stierrennen können deshalb schwierig bzw. kostspielig werden. Wie immer gilt: Rechtzeitig vorbuchen und dafür weniger bezahlen!

Danke an kozumel, Mark Gstohl, Viajar24h.com und xavi talleda für die Bilder.

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