Reisebericht aus der Südsee: Hawaii – Teil 2/5

Nachdem unser Gastblogger Peter Landgraf im ersten Teil unserer Südseereihe über seinen Besuch in Kona auf Big Island erzählt hat, folgt hier der nächste Teil. Diesmal besucht Peter den Vulkan Kilauea auf Big Island, Hawaii

Im Krater herrscht noch immer der Tot. Keine Vegetation. Hier und da können wir Fumarolen sehen, die Wasserdampf gemischt mit Schwefel und anderen giftigen Substanzen entweichen lassen. Am Südrand des Kraters nichts als Asche, Schlacke und Lava.

Am Nordrand zeigt sich ein ganz anderes Bild. Üppige Vegetation. Büsche, Wälder, Wiesen, Blumen. Gut ausgeschilderte schmale Pfade führen zu den schönsten Stellen. Sonnenstrahlen begleiten uns und hellen die Szene auf. Zunächst geht es durch einen kleinen Wald. Zum ersten Mal in unserem Leben sehen wir Sandelholzbäume, die jenes Material liefern, aus welchem zu Großvaters Zeiten die Zigarrenkisten gefertigt wurden. Ein für solche Zwecke viel zu kostbares Gewächs der Natur. Einheimische ohi’a lehua, Hartholzbäume, locken mit ihren großen, roten Blüten Insekten und kleine Vögel und ziehen auch unsere Aufmerksamkeit auf sich.

Nach etwa 25 Minuten führt uns der Pfad wieder an den Rand des Kraters. Steaming Bluff wird diese Stelle genannt. Fumarolen, wie auf einer Kette aufgereiht, sind zu sehen. Sie stoßen harmlosen heißen Wasserdampf aus und sind sonst friedlich. Wer in der Lage ist, seinen Blick von den Resten des Infernos wegzureißen, um sich umzudrehen, für den hält die Natur hier eine unerwartete  Überraschung bereit.

Eine mit langem, kniehohen Gras bewachsene Wiese breitet sich dort vor uns aus, so groß wie ein Fußballfeld, übersäht mit bunten Farbtupfern, weißen Blüten mit lila Rändern. Tausende kleiner Orchideen überragen brusthoch die Gräser. Ein Bild wie im Traum. Ein Bild das mir oft in Erinnerung kommt.

Mein Erstaunen und meine Freude waren bereits bei unserer ersten Reise nach Hawaii im Jahre 1992 so groß, dass mich der Wunsch nach einer Wiederkehr an diese schöne Stelle der Inselwelt über mehr als zehn Jahre begleitete. Oft habe ich davon erzählt. Kaum einer hat mir geglaubt. Der tropische Nordost-Passat sorgt für den täglichen Regen. Wind und Vögel brachten Samen und Sporen von weit her. Lava und Asche zersetzten sich und aus dem scheinbaren Nichts entfaltete die Natur über die Jahrtausende hinweg ihre einzigartige Schönheit.

Im nächsten Teil beschreibt Peter seine Rückfahrt vom Highway to Heaven auf Mauri. Nicht verpassen!

Danke an geofiz und exfordy für die Bilder.

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