Sorgenfrei Essen und Trinken in Indien

Gastbeitrag von Daniela Konefke, Autorin des Reise-Ratgebers „Einmal im Leben mutig sein“

Ein Highlight einer jeden Indienreise ist das Essen. Die indische Küche ist sehr vielfältig und wird grob in Nordindisch und Südindisch unterteilt. Im Norden werden viel Weizen und Mais angebaut und kommt meist in Form von Fladenbrot (zum Beispiel als Chapati, Roti, Naan oder in Butter ausgebacken als Paratha) auf den Tisch. Auch isst man im Norden verhältnismäßig fettreich mit viel Fleisch.

Im Süden bevorzugt man dagegen fettärmere, zumeist vegetarische Kost. Grundnahrungs- mittel ist Reis.  Dieser wird als ganzes Korn, aber auch in Form von Mehl unter anderem für die Zubereitung von Idli (gedämpfte Linsen-Reiskuchen) oder Dosa (hauchdünne Pfannkuchen aus Reis- und Linsenmehl) verwendet. Dazu serviert werden Sambar (ein nahrhafter Linsenbrei), Chutney (eine häufig süß-saure, mitunter auch nur scharf-pikante Sauce) und leckere Currys (mit Gewürzen gekochtes Gemüse, das uns bekannte gelbe Pulver wird in der indischen Küche nicht verwendet).

Essen in Indien

Vegetarische Gerichte spielen in der indischen Küche eine bedeutende Rolle. Gründe für geringen Fleischkonsum bzw. gänzlichen Verzicht können finanzieller aber auch religiöser Art sein. Anhängern des Jainismus dürfen nur Nahrungsmittel verzehren, für die weder Tiere noch Pflanzen sterben müssen. Sie ernähren sich somit streng vegetarisch und untersagt ist auch der Verzehr von Wurzelgemüsen wie Kartoffeln und Karotten, da bei deren Ernte die gesamte Pflanze aus dem Boden gerissen wird.

Muslime verzichten auf Schweinefleisch, für Hindus ist der Verzehr der heiligen Kuh absolut undenkbar. Somit bleiben Lamm sowie Geflügel und Fisch. Liebhaber von Fisch und Meerestieren kommen besonders in Goa, in Kerala und am Golf von Bengalen auf den Geschmack.

Inder lieben es, zum Essen auszugehen. „Thali„, in vielen Restaurants zur Mittagzeit erhältlich, bieten eine gute Möglichkeit, die Vielfalt der indischen Küche zu erleben. Thali bedeutet übersetzt Tablett. Vegetarisch oder nicht, bekommt man auf einem Tablett eine bunte Mischung verschiedener Speisen mit Reis serviert. Bei den Thali handelt es sich um eine All-you-can-eat- Mahlzeit zum Festpreis, meist unter 1 Euro.

Beliebt sind auch Snacks, die am Straßenrand angeboten werden. Fast überall erhält man Samosa (frittierte Teigtaschen mit einer Kartoffelfüllung) oder Paratha (in Butter ausgebackenes Fladenbrot) mit einer pikanten Soße. Eine Spezialität Mumbais ist  Bhelpuri (Puffreis mit Tamarindenchutney und Gewürzen garniert).

Speisen von den Straßenständen können in der Regel bedenkenlos verzehrt werden, da die meisten Snacks frittiert und Bakterien damit abgetötet werden. Kleine Restaurants sind ebenfalls okay. Man sollte Orte wählen, die halbwegs hygienisch und gut besucht sind, so dass das Essen frisch ist.  Auf rohes Gemüse, Salate und ungeschältes Obst besser verzichten. Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sollten nur verzehrt werden, wenn sie vorher gekocht oder gut gebraten wurden.

Trinken in Indien

Auch bei Getränken ist Vorsichtig geboten. Mineralwasser in Flaschen ist überall günstig erhältlich. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass der Verschluss versiegelt ist. Um die Umwelt zu entlasten, ist es jedoch besser, gefiltertes oder abgekochtes Wasser zu trinken. Frisch gepresste Säfte, die auf der Straße angeboten werden, sind oft mit Wasser verdünnt und sollten besser gemieden werden.

Auch Lassi, ein beliebtes indisches Joghurt-Getränk, wird  mit Wasser zubereitet und sollte daher nur in Restaurants verzehrt werden, die gefiltertes Wasser verwenden. Indischer Tee (Chai) kann bedenkenlos getrunken werden, da Teeblätter, Milch, Zucker und Gewürze wie Ingwer und Kardamom zusammen aufgekocht werden.

Tischmanieren in Indien

Gegessen wird in Indien übrigens mit der Hand, und zwar mit der Rechten. Die linke Hand gilt als unrein und bleibt beim Essen unter dem Tisch. Die meisten Restaurants halten für westliche Touristen auch Besteck bereit. In ländlichen Gegenden kann es dagegen schon mal vorkommen, dass man kein Besteck bekommt.

Viele Reisende, die sich den indischen Essgewohnheiten anpassen, stellen jedoch schnell fest, dass das Essen so viel besser schmeckt. Der Service lässt in den meisten Restaurants zu wünschen übrig, das Essengehen erfolgt allein zum Zweck der Nahrungsaufnahme, nicht wie bei uns zum Genuss. Nicht selten erhält man die Rechnung schon, bevor man den letzten Bissen verzehrt hat.

Weitere Gastbeiträge von Daniela:

Einmal im Leben mutig sein…

10 Spartipps für günstiges Reisen

Sydney – 10 Tipps für günstiges Reisen

Wüstentour durch die Wüste Gobi

Märchenhaftes Myanmar: Reisebericht

Bolivien – Land der Gegensätze

Sehenswürdigkeiten in Ägypten

Sehenswürdigkeiten in Hongkong

Danke an michael clarke stuff und natürlich Daniela für die Bilder.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.