Dia de Muertos: Der Tag der Toten in Mexiko

Der Tag der Toten ist für uns Europäer ein mehr als seltsames Volksfest. Anstatt wie wir Deutschen unzählige Maß Bier zu trinken oder sich den Bauch mit Zuckerwatte und gebrannten Mandeln vollzuschlagen, werden in Mexiko essbare Totenschädel verputzt.

So skurril der „Tag der Toten“ auch klingen mag, er hat nichts mit einem Horror-Fest zu tun. Genauso wenig handelt es sich hierbei um ein tränenreiches Gedenken an die geliebten Verstorbenen. Der Dia de Muertos ist ein buntes, fröhliches Volksfest und eines der wichtigsten kulturellen Ereignisse in Mexiko. Obwohl das Totenfest ungefähr zur gleichen Zeit wie Halloween stattfindet, hat es mit dem amerikanischen Feiertag nur wenig zu tun.

Was ist der Dia de los Muertos?

Beim jährlich stattfindenden Dia de los Muertos (span. für Tag der Toten) gedenken die Mexikaner ihren verstorbenen Angehörigen. Die Ursprünge des Festes liegen weit zurück, als es in Mexiko noch einen ganzen Monat gab, der den Toten gewidmet wurde. Mit dem Aufkommen des Christentums wurden die Feierlichkeiten so verlegt, dass sie mit den Festtagen Allerheiligen, Allerseelen oder auch dem Brauch Thanksgiving in den USA zusammenfielen.

Der Tag der Toten ist alles andere als trüb und schwermütig. Ganz im Gegenteil, jedes Jahr werden mexikanische Friedhöfe und Hausaltare (ofrendas) mit Geschenken, Essen und Getränken (natürlich Tequila) dekoriert, um die Seelen der Verstorben zurück zur Erde zu locken. Die Seelen finden bei ihrem Besuch auf der Erde also all die Sachen wieder, die ihnen zu Lebzeiten so gut gefallen haben.

Der Tod wird nicht wie bei uns als etwas Schlechtes oder das Ende vom Leben angesehen. Mexikaner empfinden den Tod vielmehr als ein Teil des Lebens und glauben, er sei genauso wichtig wie das Leben selbst. Nach altmexikanischen Glauben kommen die Toten einmal im Jahr  – am Dia de los Muertos – zur Erde zurück. Dort lassen sie es dann gewaltig krachen.

Wie wird der Tag der Toten gefeiert?

In weiten Teilen von Mexiko finden die Feierlichkeiten an zwei Tagen statt. Der Dia de los Angelitos (1. November) gedenkt den Seelen von verstorbenen Kindern. Der 2. November, Dia Hausaltar zum Totenfestde los Muertos, ist den verstorbenen Erwachsenen gewidmet. Am zweiten Tag finden außerdem Paraden, gemeinschaftliche Fressorgien und bunte Feiern statt.

Die lokalen Friedhöfe dienen dabei als Haupt-Austragungsort. Auf den geschmückten Gräbern wird dann zusammen gegessen, getrunken, musiziert, gesungen und gelacht. Mitunter fällt aber auch die ein oder andere Träne für einen Verstorbenen.

Die Vorbereitungen für dieses Fest finden jedoch schon Wochen im Voraus statt. Dann verkaufen die Läden buntes Geschenkpapier mit Totenköpfen, Skelette, Faschingskostüme uvm…

Im November sind werden dann auch private Häuser dekoriert. Die Haustüren werden mit Laternen behangen, um den Toten den Weg ins Haus zu weisen. Besonderes Augenmerk beim Dekorieren wird auf den Hausaltar gelegt, der mit orangenen Blumen, Kerzen, Weihrauch, essbare Totenköpfe aus Zucker (Calaveras de Dulce) und sogar Tequila-Flaschen geschmückt wird.

Rituale und Traditionen

Zum Totenfest findet man überall in Mexiko Totenköpfe. Die aus Marzipan oder Zuckerguss gefertigten Schädel sind aber mehr als nur Deko. Die Mexikaner lassen ihren Namen auf die Köpfe schreiben und verschenken diese anschließend an Freunde und Verwandte. Dieser Brauch soll die Freundschaft und Liebe über den Tod hinaus erhalten. Neben den süßen Totenschädeln gibt es auch knochenförmiges Brot zu kaufen.

Totenschädel aus Schokolade

Danke an Yle is dreaming, gabofr, Gato Picaro und jenster 181 für die Bilder von Flickr.

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