Fragestunde: Wie werde ich Reiseblogger? (Teil 1)

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Du reist für Dein Leben gern, liebst das Schreiben und würdest Deine Erlebnisse gerne mit dem Rest der Welt teilen? Dann bist Du nicht alleine! Deutschsprachige Reiseblogger berichten  aus aller Welt und aus allen Perspektiven. In den vergangenen Jahren hat sich eine lebhafte, inspirierende und diskussionsfreudige Szene entwickelt. Wir uns getraut, mal nachzufragen, wie man das eigentlich anstellt mit dem Reisebloggen und so. Und die Menge der Antworten, die wir bekommen haben, war überwältigend. Alle auf einmal vorzustellen, wäre ein bisschen viel. Also fangen wir an dieser Stelle mit den Fragen nach dem Worüber und dem Warum an. Fortsetzung folgt!

1. Worüber schreibst Du und aus welcher Perspektive?

„Ich schreibe ausschließlich in der Ich-Perspektive über selbst erlebte Reisen, die ich mit meinen persönlich geschossenen Fotos bebildere. Dabei nehme ich meine Leser von Anfang an mit und lasse sie selbst an meiner Fahrt zum Flughafen, dem Einchecken am Airport und sogar beim Blick aus dem Flugzeugfenster teilhaben. Ich achte dabei stets auf die Chronologie der Ereignisse und veröffentliche Artikel, die jeweils einen Tag meines Urlaubs darstellen.“ Phil / Killerwal

Über persönliche Erlebnisse, Gedanken und Gefühle, die eine Reise zu einem Abenteuer gemacht haben. Der Leser möchte wissen, welcher Mensch hinter diesen Zeilen steckt und sollte sich, wenn passend, mit dem Blogger identifizieren können. Schließlich geht es hier um Menschlichkeit und nicht um Mathematik. Daher sollte auch aus der Ich-Perspektive geschrieben werden.“ Stefan / Kaffeeersatz

„Wir schreiben über Länder, Schiffe und Hotels, über Reisetrends und -news. Wir schreiben über Psychosen und Gefühle. Wir schreiben über uns und was die Welt mit uns macht.“ Susanne und Dirk / push:RESET

„Ich schreibe über Asien, Thailand mit Schwerpunkt auf Bangkok, und das aus meiner persönlichen Perspektive. Ich habe über ein Jahr in Bangkok gelebt und reise sehr viel In Asien rum. Ich versuche, dem Leser eine Sicht auf Bangkok zu vermitteln, die eher die der Bewohner der Stadt repräsentiert, als die eines Touristen. Ich beschreibe die Besonderheiten, die Dinge, die nicht im Reiseführer stehen, plus Adressen von Restaurants und Orten, die mir ans Herz gewachsen sind.“ Gabriele / Soiblossom

„Geschichten und Eindrücke von meinen Reisen, und Themen, die mir wichtig sind: Darüber schreibe ich, immer aus meinem eigenen Blickwinkel.“ Johannes / Reisedepeschen

„Ich schreibe schwerpunktmäßig über Städtetrips und Kurzreisen. Dabei habe ich den Blick einer Vollzeit-Berufstätigen, die regelmäßig kleine Alltagsfluchten sucht – entweder allein oder mit dem Partner.“ Carolin Hinz / Esel unterwegs

„Ich schreibe über Paris – die Stadt der Liebe und der tausend Lichter, die französische Modemetropole und die meistbesuchte Stadt der Welt, mit ihren bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm, dem Louvre, Notre Dame und Sacré Coeur. Ich habe Paris als Au-pair, als Studentin und aus Sicht einer Arbeitstätigen kennengelernt. Heute gebe ich Touristen, die nach Paris kommen, wertvolle Tipps und Informationen rund um ihren Aufenthalt in Paris.“ Denise / Touristen in Paris

„Ich schreibe über Erlebnisse und Eindrücke auf Reisen aus der meinen, sprich subjektiven Perspektive. Manchmal ergänze ich das auch gerne mit ein paar meiner Lieblingsadressen aus der jeweiligen Stadt et cetera.“ -Marianna / Weltenbummler Mag

„Wir schreiben eine Mischung aus Fotografie, Reiseberichten und Reisetipps, alles aus unserer Sicht. Um erfolgreich zu sein, sollte ein Blog eine persönliche Meinung und individuellen Stil haben. Erfolgreiche Blogger können wir uns allerdings nicht nennen, eher Unterhaltung für Familie, Freunde und Bekannte, wobei die Bekannten sich langsam ausbreiten.“ Simon und Fränzi / Umdieweltreise

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„Ich persönlich lese gerne Reise- und Erfahrungsberichte und Tipps, die das Reisen besser und leichter gestalten können. Wichtig dabei ist meines Erachtens, dass der Autor authentisch und seinem Stil treu bleibt und nicht etwas von anderen kopiert, das am Ende gar nicht zu ihm passt. Inhaltlich sollte man sich fragen, was den Leser interessiert, zum Beispiel ob es wirklich von Interesse ist, wann man aufgestanden ist oder gefrühstückt hat und so weiter.“ -Ute / Bravebird

„Am liebsten schreibe ich über meine Gedanken rund ums Reisen und das Leben an sich. Das interessiert offenbar auch die meisten Leser. Außerdem veröffentliche ich Reisetipps und schreibe hin und wieder über den Lebensstil von digitalen Nomaden.“ -Patrick / 101 Places

„Meine Perspektive hat sich im Verlaufe der Zeit verändert. Ursprünglich wollte ich auf dem Blog zum Weltreiseforum ein möglichst objektives Reisemagazin schaffen, das sich stark an journalistischen Werten orientiert. Inzwischen schreibe ich aber immer persönlicher, weil dies bei den Lesern besser ankommt. Ich glaube, viele trauen einem Blogger nicht die nötige Unvoreingenommenheit zu. Offensichtliche Meinungsartikel werden aber gut akzeptiert.“ -Oliver / Weltreiseforum

„Ob der Kurzausflug nach Brandenburg oder Mecklenburg oder die Fernreise durch Südamerika und Afrika – ich möchte auf puriy.de den Blick dafür schärfen, dass sich jedes Ziel lohnt. Hauptsache man geht raus, und sei es vor die Haustür. Denn überall liegen Geschichten. Und das ist letztendlich meine liebste Form, meine Erlebnisse zu verpacken. Neben Geschichten über meine Ausflüge und Reisen findet man jedoch auch Länderinformationen und Reisetipps sowie Berichte über Kulturveranstaltungen in meiner Heimatstadt auf meinem Blog. Ich schreibe immer in der Ich- oder Wir-Perspektive, denn für mich geht es um den individuellen Blick, der manchmal auch etwas kritisch ist, und erhebe keinen Anspruch auf Objektivität.“ -Madlen / Puriy

„Über das, was mich begeistert. Nur wenn Du wirklich liebst, worüber du schreibst, kannst Du die Begeisterung auch weitergeben. Natürlich ist es dabei wichtig, seine Leser nicht aus dem Blick zu verlieren. Biete ihnen einen Mehrwert, dann werden sie auch gerne wiederkommen.“ -Jana / Sonne & Wolken

„Ich schreibe über Kurzreisen. Für Berufstätige und Leute mit wenig  Reise-Zeit. Und alle, die auch mal spontan raus müssen. Das Spektrum geht dann vom Luxusurlaub bis hin zur Nachtzugfahrt oder dem Restaurant-Tipp um die Ecke. Ich bin nicht alleine,  ich schreibe mit mehreren Autoren. Meist in der Ich-Perspektive. Aber  halt auch nicht immer.“ -Janett / Teilzeitreisender

„Ich schreibe ausschließlich aus der Ich-Perspektive. So kann ich meine Emotionen, Ansichten und Begeisterung am besten transportieren. Meine Schwerpunkte sind Kurzreisen in Europa, am liebsten sind mir Speeddatings mit Groß- und Kleinstädten. Dabei berichte ich von meinen Eindrücken, Begegnungen mit Menschen, Sehenswürdigkeiten, Shopping-Exzessen, Orientierungsschwierigkeiten, dem Flair einer Stadt.“ -Martina / Talk Around The World

„Ich schreibe über Reisen und über Menschen, die reisen. Auch über das Fremdsein, über Reisen, die wir Zuhause tun, auch Reisen unserer Gefühle. Und darüber, wie man als Familie reist. Über Fremde, die bei uns reisen oder leben.“ -Nadine / Hudson family

„Am spannendsten finde ich es, wenn der Fokus eines Posts auf einem bestimmten Thema liegt, und das Ganze dramaturgisch aufgedröselt wird. Dabei ist der Blogger zugleich Journalist, da er rund um das Thema recherchiert, und natürlich Autor. So lese ich am liebsten die Stories der Geschichtenerzähler. Es kann aus der Perspektive eines Protagonisten oder aus der eigenen erzählt werden, sogar ein Wechsel ist möglich, wenn es geschickt gemacht wird.“ -Elke / MeerBlog

„Schreib über das, worüber Du schreiben möchtest, wofür Du eine Leidenschaft hast. Über das, was Du mit Deinen Lesern teilen möchtest – seien es persönliche Erlebnisse, Geschichten, Gedanken, Bilder oder Tipps und Ressourcen. Finde Deine Themen, Deine eigene Stimme. Versteck Dich nicht – Blogs sind persönlich.“ -Susi / black dots white spots

„Ich persönlich finde Berichte in der Ich-Form am Schönsten. Und da ich quasi mit nem Koffer in der Hand geboren wurde und schon immer individuell gereist bin, gibt es bei mir auch nur One-hand-Posts zu lesen. Erlebtes und Gelebtes. Mal allein, aber meist mit meinen drei Jungs im Schlepptau.“ -Nadine / Planet Hibbel

2. Warum hast Du angefangen, übers Reisen zu schreiben?

„Meine erste Webseite habe ich 1999 ins Leben gerufen und seitdem von meinen Erlebnissen berichtet. Reisen hat irgendwann einen großen Teil davon eingenommen. Allerdings bin ich kein großer Schreiber. Mein Medium ist Video, daher habe ich mich darauf fokussiert, gebe zudem Tipps und schreibe kostenfreie Reiseguides für Individualreisende.“ -Steve / Back-Packer.org

„Ich schrieb eigentlich am Anfang für unsere Kinder. Dann fragte mich jemand, ob er das nicht auch lesen könnte. So entstand ein Newsletter, der bald an 500 Adressen verschickt wurde. Dann veröffentlichte das Globetrotter Magazin meine Newsletter und irgendwann bot mir ein Freund an, für mich einen Blog zu machen.“ -Nadine / Hudson family

„Ich habe schon immer gerne Geschichten geschrieben und bin schon immer sehr gerne gereist. Als ich dann meine Big Tour durch Südamerika startete, dachte ich, das ist der geeignete Zeitpunkt, mit einem Blog anzufangen. Dass es so etwas wie Reiseblogs gibt, habe ich erst viel später kapiert.“ -Inka / blickgewinkelt

„Reisen ist Susannes Leidenschaft und Dirks Beruf, er war mehr als zehn Jahre Redakteur beim Reisemagazin GEO SAISON. Susanne will nichts anderes machen, Dirk kann nichts anderes.“ -Susanne und Dirk / push:RESET

„Früher habe ich Reisetagebücher geschrieben. Aber da schaut ja keiner außer mir rein. Und damit all meine Erinnerungen und Fotos nicht nur verstauben, teile ich meine Reiseleidenschaft gerne mit Gleichgesinnten. Außerdem hole ich mir durch andere Blogs auch immer neue Reiseinspirationen und Ideen.“ -Nadine / Planet Hibbel

„Mich haben schon immer Reise- und Expeditionsberichte fasziniert. Ob Reinhold Messner, Jack London oder Arved Fuchs – ich habe ihre Bücher verschlungen. Ihre Liebe zu den bereisten Regionen und die detaillierten Schilderungen zogen mich in ihren Bann. Früher dachte ich mir: Wo die waren, würdest du auch gerne mal hin. Hielt es aber für relativ unmöglich. Heute weiß ich, dass man überall hin kann, wenn man es nur will. Indem ich über meine Reisen schreibe, hoffe ich bei einigen Lesern einen ähnlichen Motivationsschub auslösen zu können und ihnen wertvolle Tipps an die Hand zu geben.“ -Thomas / Breitengrad66

„Weil das meine persönliche Leidenschaft ist und ich bei meinem Aufenthalt in Bangkok nichts im Netz gefunden habe, was meinen Interessen entsprach. Dann habe ich mich entschlossen, es selber zu versuchen. An die Leserschaft hab ich dabei erst mal gar nicht gedacht, ich schreibe auch explizit nur über Dinge, die mich auch selber interessieren.“ -Gabriele / Soiblossom

„Weil ich selbst auf Reisen war und meinen Freunden und meiner Familie so ein Stück davon abgeben wollte. Pink Compass habe ich dann eher aus der Motivation heraus erschaffen, andere Frauen dazu zu ermutigen, auch mal über den eigenen Schatten zu springen und alleine zu reisen. Ihnen Hilfestellung beim Organisieren einer Reise, den ganzen Vorbereitungen vom Packen bis zum Flug buchen zu geben und letztendlich auch auf der Reise weiterhelfen zu können, war die Idee dahinter.“ -Carina / Pink Compass

„Reisen ist meine größte Leidenschaft. Das Schreiben meine zweite. Es ist also nur logisch, das zu verbinden. Ich mache es gerne und würde es auch machen, wenn ich damit nichts verdiene. Schön aber, das man das kann.“ -Tim / Earthcity

„Ich habe während meines Studiums an der Sorbonne in einem Restaurant auf dem Place du Tertre in Paris gearbeitet und jeden Tag zahlreiche Touristen aus aller Welt getroffen. Alle hatten unendlich viele Fragen zu Paris, die in kaum einem Reiseführer beantwortet wurden. Hier ist die Idee zu meinem Blog Touristen in Paris entstanden. Ich wollte Paris-Touristen Antworten auf wirklich wichtige Fragen liefern, Fragen, die Touristen wirklich interessieren.“ -Denise / Touristen in Paris

„Ich fing mit dem Bloggen schon vor über fünf Jahren an, um meine Freunde und Familie während meiner eineinhalbjährigen Zeit in Neuseeland auf dem Laufenden zu halten und um nicht jedem einzeln schreiben zu müssen. Mit dem Schreiben generell habe ich schon während oder kurz nach der Grundschule angefangen, als ich die ersten Reiseberichte für mich und meine Familie verfasst habe.“ –Elena / Creativelena

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„Es gab, als ich Planet Backpack gestartet habe, keinen wirklich hochwertigen, hilfreichen und aktuellen Blog zum Thema Backpacken und Langzeitreisen. Daher habe ich jahrelang nur englischsprachige Blogs gelesen. Außerdem bin ich seit ich ein Teenager bin in der Welt unterwegs und habe in vielen verschiedenen Ländern gelebt und gearbeitet und sechs Kontinente bereist. Es war an der Zeit, mein Wissen und Erfahrung zu teilen. Ich habe so viele Menschen getroffen, die viele Ängste vor einer großen Reise haben, oder Ausreden oder keine Ahnung wie sie die Planung angehen sollten. Meine Mission war es von Anfang an, Leuten zu helfen sich ihren Reisetraum zu erfüllen und wirklich hilfreiche und informative Beiträge zu schreiben.“ -Conni / Planet Backpack

„Weil ich zwei Leidenschaften miteinander verbinden kann. Solange ich zurückdenken kann, schreibe ich Geschichten. Vor knapp 20 Jahren kam das Reisen dazu. Von Anfang an schrieb ich über meine Gefühle, meine Begegnungen, meine Aha-Erlebnisse, aber eben nur in mein Moleskin. 2009 setzte ich dann einen Blog auf, als ich für mehrere Monate durch Südamerika reiste. Wie wohl bei vielen war dieser zunächst mehr für meine Familie und Freunde gedacht. Inzwischen habe ich eine größere Leserschaft, mit der ich meine Erlebnisse teile und blogge nun gemeinsam mit Lars.“ -Madlen / Puriy

„Reisen ist meine größte Leidenschaft und mein Motto lautet ‚Die Welt gehört dem, der sie genießt‘.  Das habe ich auch zu meinem Blogmotto gemacht. Viele Menschen da draußen sind gefangen in ihrem Alltag und vergessen, dass das Leben noch weit mehr zu bieten hat. Genau da möchte ich meine Leser abholen und zeigen, wie sie trotz Fulltime-Job die Welt genießen können. Das ist meine Mission.“ -Jana / Sonne & Wolken

„Im Jahr 2000 habe ich als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung zu schreiben begonnen, seitdem bin ich im Journalismus tätig. Das Reisen habe ich relativ spät für mich entdeckt. Eine Dienstreise nach Barcelona vor vier Jahren entfachte meine ganz große Leidenschaft. Schnell entstand der Wunsch, das Reisen und Schreiben zu kombinieren. Mit einem eigenen Blog schuf ich mir die Möglichkeit, ganz nach meinem Gusto zu schreiben.“ -Martina / Talk Around The World

Das war es für den ersten Teil. Vielen Dank an alle Bloggerinnen und Blogger fürs Mitmachen! Beim nächsten Mal werden wir etwas technischer.

Hier sind alle weiteren Teile der Umfrage zu finden:

Vielen Dank an JD Hancock, gnuckx und Abaconda für die Bilder von Flickr.

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