Flashpacking in Südostasien – Interview mit JustTravelous und Black Dots White Spots

Flashpacking in Kambodscha, Angkor Wat

Yvonne und Susi reisen liebend gerne. Oft alleine, wie man auf JustTravelous und Black Dots White Spots nachlesen kann, und manchmal auf Deutsch und manchmal auf Englisch, aber immer sehr erfolgreich.

Ende 2012 waren die beiden gemeinsam für einige Wochen in Südostasien unterwegs und haben für Euch ihre Erfahrungen und Tipps in einem Ebook zusammengefasst. „A Flashpacker’s Guide to Southeast Asia“ steht ab sofort zum Download bereit! Wir wollten wissen, wie es dazu kam und haben die beiden befragt.

Was kann man sich unter dem Konzept „Flashpacking“ vorstellen?

Flashpacker suchen Abenteuer, kulturelle Begegnungen, besondere Reiseerlebnisse, wollen Einheimische und andere Reisende treffen und natürlich auch Spaß haben. Aber bitteschön mit ein bisschen mehr Komfort und Stil (und Budget) als beim klassischen Backpacking!

Wir haben festgestellt, dass wir einfach keine 20-jährigen Party-Backpacker mehr sind. Wir sind über 30 und berufstätig und haben keine Lust auf stinknormale Pauschalreisen, aber auch nicht auf riesige Hostel-Schlafsäle. Trotzdem wollen wir nach wie vor unseren Rucksack schnappen (oder einfach mal einen Koffer!) und spontan und auf eigene Faust ein Land oder eine Stadt erkunden.

Flashpacker wollen sich unterwegs auch mal was gönnen – sei es ein Privatzimmer im Hostel oder ein paar Nächte im luxuriösen Strand-Bungalow, ein Essen in einem guten Restaurant oder eine Wellness-Behandlung, ein fahrbarer Untersatz oder einen Inlandsflug.

Und so haben wir festgestellt: Wir sind Flashpacker! Das ist die Art und Weise, wie wir reisen. Und wir sind nicht allein!

Ihr wart Ende 2012 gemeinsam auf großer Südostasienreise und habt ein Ebook zu dem Thema geschrieben. Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen und an wen richtet ihr Euch damit?

Die klassischen Reiseführer für Backpacker und auch Pauschaltouristen gibt es bereits für Südostasien, aber für Flashpacker haben wir einfach nichts Passendes gefunden. Daher dachten wir uns: Dann machen wir das einfach!

Wir möchten die Erfahrungen unserer Südostasienreise gerne mit allen teilen, die genauso reisen wollen wie wir. Deshalb „A Flashpacker’s Guide to Southeast Asia“ geschrieben. Es enthält Reisetipps von uns, aber auch Tipps von anderen Bloggern. Das Ebook ist gerade erschienen und über unsere Blogs für 3,99 Euro als PDF zum Download erhältlich.

Und das ist erst der Anfang, wir haben uns mit vielen Reisenden unterhalten und festgestellt, dass Flashpacking im Endeffekt genau das ist, was viele bereits tun, aber es nie genau benennen konnten. Und genau dieser Zielgruppe fehlen oft auch die Informationen für den perfekten Flashpacking-Trip. Man darf also gespannt sein, was wir in Zukunft damit noch so alles vorhaben.Flashpacking am Inle Lake, Myanmar

Gibt es besonders Flashpacking-freundliche Reiseziele?

Südostasien ist ein perfektes Flashpacking-Ziel. Es bietet gute Voraussetzungen für Individualreisende, genügend Potenzial für Abenteuer und neue kulturelle Erfahrungen und an vielen Orten eine Infrastruktur, die vom einfachen Budget- bis zum Luxussegment reicht.

Zudem  ist Südostasien verhältnismäßig günstig, so dass man auch mit geringerem Budget gut Flashpacken kann. Aber auch andere Regionen der Welt eignen sich für Flashpacker, zum Beispiel zahlreiche Länder in Europa oder Australien und Neuseeland. Welche Länder sich außerdem gut für Flashpacking eignen, werden wir auf unseren künftigen Reisen herausfinden.

Was muss eine Unterkunft haben, um Flashpacking-Standards zu erfüllen?

Sie muss nicht zwingend teuer oder luxuriös sein, sollte aber im Idealfall ein gewisses Level an Komfort und Style bieten und ein gewisses Etwas haben. Und ja, das kann sogar ein Zelt im Busch sein! Auch der Trend hin zu Luxus- oder Design-Hostels, ausgefallenen Boutique Hotels oder „Glamping“ lässt unsere Flashpackerherzen natürlich höher schlagen.

Ihr wart ja gemeinsam einige Wochen in Südostasien unterwegs und Susi danach noch zwei Monate alleine in Australien und Neuseeland. Würdet ihr die Reiseziele Mädels, die allein unterwegs sind, empfehlen?

Definitiv! Wir haben uns überall sicher gefühlt, die Menschen waren freundlich und zuvorkommend und wir sind auch in allen Ländern auf andere allein reisende Mädels gestoßen. Daher können wir nur raten: Mädels, wagt euch nach Südostasien und Down Under. Auch ganz alleine. Das ist eine tolle Erfahrung, so eine Reise nur für euch selbst, das kann euch keiner mehr nehmen. Und eigentlich ist man auch nie lange richtig alleine, wenn man nicht will.

Welche Tipps würdet Ihr Mädels unterwegs in Südostasien geben? Welche in Australien und Neuseeland?

Grundsätzlich solltet ihr natürlich mit gesundem Menschenverstand reisen. Wenn euch eine Situation komisch vorkommt, lieber gehen! Und erkundigt Euch im Vorfeld über Risiken und Gepflogenheiten, und unterwegs bei anderen Reisenden.

In Südostasien solltet ihr zudem auf etwas bedeckendere Kleidung achten, besonders bei Tempelbesuchen oder in muslimischen Ländern wie Malaysia oder Indonesien. In westlichen Ländern wie Australien und Neuseeland ist es ja ähnlich wie in Europa: Passt auf eure Drinks und Wertsachen auf und nehmt lieber mal ein Taxi, bevor ihr in einer fremden Stadt nachts zu Fuß allein nach Hause geht.

In Südostasien könnt ihr Euch alleine auch ein Doppelzimmer mit eigenem Bad in einem Guesthouse leisten, im teureren Australien und Neuseeland würden wir euch empfehlen, in Hostels zu übernachten, auch weil man dort leichter Leute kennenlernt.

In Australien würden wir wegen der langen Distanzen eher nicht alleine ein Auto oder einen Camper mieten, in Neuseeland schon eher. Es gibt in beiden Ländern Online-Plattformen und schwarze Bretter für Mitfahrer und ein gutes System an Überland- und Backpackerbussen.JustTravelous und Black Dots White Spots am Strand in Muscat

Wie lange habt Ihr die Reise vorbereitet und was sollte man bei der Vorbereitung beachten?

Wir hatten nur wenige Wochen zur Vorbereitung und haben vieles auch erst vor Ort recherchiert und spontan entschieden, was wir nur empfehlen können. Ihr müsst nicht Monate vorher schon die ganzen Stationen der Reise durchgeplant haben, lasst euch Raum für Spontanität.

Wir haben uns vorher in Blogs und Reiseführern eingelesen, um die grobe Route und Länder festzulegen, haben einen Flug und die Unterkunft für die ersten Nächte nach unserer Ankunft in Kuala Lumpur gebucht. Impfungen brauchen etwas mehr Anlaufzeit.

Zum Glück brauchten wir für keines unserer Länder ein Visum im Vorfeld außer für Myanmar, wofür wir uns einen Tag vorher in Bangkok ein Express-Visum besorgt haben. Ansonsten gab es noch ein paar Sachen zu Hause zu regeln wie Zwischenmiete oder Auslandskrankenversicherung. Viele Dinge lassen sich aber auch von unterwegs noch online regeln.

Thema Zeitplanung: hattet ihr für alles genügend Zeit, oder gab es Orte, wo ihr gerne länger geblieben wärt? Wie viel Zeit sollte man ungefähr einplanen, wenn man eure Tour „nachreisen“ wollte?

Natürlich war es viel zu kurz! Wir hätten an fast allen Orten locker noch länger bleiben können, zum Beispiel auf den Gili-Inseln bei Bali oder in Laos und Kambodscha. Wenn ihr unsere Südostasientour nachreisen möchtet, solltet Ihr mindestens zwei Monate einplanen, am besten mehr. Es gibt dort noch so viel zu sehen und zu erleben. Und oft ist langsamer reisen einfach das schönere Reisen.

Welches Reiseziel hat eure Erwartungen übertroffen und von welchem hattet ihr euch mehr erhofft?

Yvonne: Übertroffen: Bali und Luang Prabang in Laos. Mehr erhofft: Bagan. Und Kuala Lumpur.

Susi: Übertroffen: Melbourne, das australische Outback, Neuseeland, Laos. Mehr erhofft: Ebenfalls Kuala Lumpur und Myanmar. Immer gut: Bangkok!

Gibt es etwas, das ihr im Nachhinein anders machen würdet?

Ja, mehr Zeit nehmen. Wir hatten am Anfang eine unfassbar lange Liste und auch einige Diskussionen darüber, was wir auf unserer Reise sehen wollen und müssen. Letztendlich hat es uns vor allem dort gut gefallen, wo wir uns einfach mal Zeit genommen haben für eine Stadt oder Region. Weil man so viel tiefer eintauchen kann. Das „Oh Gott, ich verpasse was“-Gefühl sollte man auf Reisen einfach mal zu Hause lassen. Letztendlich ist man ja auf Reisen und das ist einfach toll.

Wir danken Yvonne und Susi ganz herzlich für das Gespräch und die Bereitstellung der Fotos, und wünschen viel Erfolg mit dem Ebook!

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